50 Jahre Rolling Stones

rolling-stones-logo-272x300Eines ist klar: Wenn am Ende des Jahres die Welt untergeht, hat eine der größten Bands aller Zeiten wenigstens noch ihr fünfzigjähriges Jubiläum durchgezogen: Die Rolling Stones. Seit den frühen sechziger Jahren kriegen Fans was auf die Ohren und die ausgestreckte Zunge, bekanntes und gefürchtetes Markenzeichen der Band, grinst einen obszön, wild und definitiv eigenwillig noch immer von T-Shirts, Flaggen und Plakaten herunter an. Wie konnte es nur dazu kommen? Ich will hier gar nicht die ganze Geschichte der Band schildern, das ist bekannt und woanders viel besser unternommen worden. Vielmehr interessiert mich der Geist der Rocker umd Jagger und Richards, denn abgesehen davon, dass sie wohl immer gute Ärzte hatten und es vielleicht bis an die Grenze aber eben nicht darüber hinaus trieben, haben einen ähnlichen Erfolg so gut wie keine Stars aus diesem Business vorzuweisen. Vielleicht noch Neil Young oder der vor Jahren verstorbene Johnny Cash, aber die spielen entweder mittlerweile zynisch mit ihrer Vergangenheit oder sind unter die Rockphilosophen gegangen wie Bob Dylan. Wer das Glück und die Kohle hat, die Stones nochmal live erleben zu können, der spürt den Hauch der wilden Freiheit, der uns in dieser Welt voller Nerds und iPhone-Sklaven verloren gegangen ist. Ganz nebenbei war ihre Präsenz auf der Bühne immer auch ein Schlüssel zu ihrem Erfolg: Die letzten wirklich guten Platten erschienen meiner Meinung nach in den 70er Jahren und alles was danach kam, das betrifft auch die Solo-Versuche der Musiker, allen voran Mick Jaggers, waren nicht mal im Ansatz vergleichbar mit dem frühen Werk. Doch sie rockten eben die Stadien und begeisterten die Massen und wenn sie heute Klassiker wie „Paint it Black“ oder „Brown Sugar“ spielen, dann flippen die Leute aus wie eh und je. Vielleicht sind Rolling Stones – Konzerte sogar die letzten noch verbliebenen Reservate des Durchdrehens und des Tanzes auf dem Vulkan der eigenen Dämonen, selbst wenn sie durch und durch kommerzialisiert sind und als Gelddruckmaschine den Stars ein Leben in größtem Luxus bescheren mögen. Das ist auch völlig in Ordnung, denn es ist (und wird es immer bleiben) der Geist ihrer Musik, der uns alle so fesselt! Der wild tanzende Jagger, der lässig und oft genug am Rande des Zumutbaren rockende Richards, der feiste Woods und selbst der etwas im Hintergrund das Schlagzeug traktierende Watts sind Zeugen einer Ära, die vielleicht niemals wieder kommt. Damals, in den 60er Jahren, da hatte die Welt noch was vor mit sich, da gingen die Leute schließlich auf die Straße, nahmen jede Menge Drogen und lüfteten den oft seit Jahrhunderten geltenden Mief gründlich aus. Heute sind all die Popsternchen, von Ausnahmen abgesehen, einfach nur lächerlich in ihren Bemühungen, auch wenn sie natürlich immer auch von gierigen Managern und Produzenten verheizt werden. Keine Frage, die Stone sind mindestens genauso kommerziell, aber bei ihnen fällt das weniger auf! Ihre Musik ist nicht die allerbeste gewesen und wird es nie sein, aber sie ist genau jene Mischung aus Wahnsinn und Unterhaltung, die heute an so vielen Stellenm fehlen mag. Wenn sie sich denn wirklich jemals zur Ruhe setzen sollten, dann bleibt von ihnen auf jeden Fall ein Vermächtnis, das Menschen sagen mag: Treib es wild und heftig und lass keine Party aus – doch vergiss niemals zu überleben! Denn der echte Ruhm ist das lange Leben selbst.